Eine Lichterkette – die Schwelle zwischen Licht und Dunkel.

Wir haben seit letztem Jahr eine Lichterkette, die wir an unserem Balkon befestigen.

Im Dezember wird es ab 16 Uhr dämmrig und ab 17 Uhr ist es dunkel.

Wie schön, wenn man dann eine Lichterkette hat. Wir genießen es selbst, wenn wir vom Wohnzimmer nach draußen schauen und sehen, dass dort ein Licht brennt.

Wenn man Abends bei uns durch die Straße geht und ich sehe unsere Lichterkette, dann macht mich das sehr froh!

Im Internet habe ich gelesen, dass Lichterketten doch Geld und Strom Verschwendung seien – und total unnötig.

Ich sehe das jedoch total anders!

Bei uns in der Straße sind wir schon nur noch 3 Haushalte, die die Balkone beleuchten.

Bis vor ein paar Jahren waren wir noch mehr und in den anderen Häusern waren auch Familien, die vor Weihnachten die Balkone dekoriert hatten.

Manche sind weggezogen, andere machen nicht mehr mit.

So wird die dunkle Zeit vor Weihnachten immer dunkler, mit jedem Licht, das ausgeht oder nicht angemacht wird.

Wir haben jedenfalls eine Lichterkette. Eine neue mit LEDs übrigens, die sehr stromsparend arbeitet.

So eine Lichterkette ist immer auch ein Geschenk an die Allgemeinheit. Die Menschen, die an unserem Balkon vorbeigehen oder die Personen, die gegenüber wohnen, haben genau genommen mehr von dem Licht, als wir selber.

Man strahlt also das Licht für andere aus. Will man selbst auch ein Licht sehen, dann müssten die Menschen auf der anderen Straßenseite auch eine Lichterkette hin hängen.

Ich habe jedoch den Eindruck, es genügt vielen Menschen, wenn es zwischen den eigenen vier Wänden schön beleuchtet ist (am besten noch den Rollo runterlassen).

Ich möchte noch weitergehen. Eine Lichterkette und Aussenbeleuchtung ist für mich ein Zeichen dafür, ob jemand bereit ist, sein eigenes Licht mit anderen zu teilen.

Ich zahle schließlich den Strom für meine Lichterkette.

Das Licht ist nicht in der Lichterkette. Das Licht ist in den Köpfen der Menschen.

Es scheint mir, viele Mitbürger leben lieber in der Dunkelheit. Ich wünsche und hoffe, das vielen Menschen in den nächsten Jahren, wenn es wieder dunkel wird im Winter, ein Licht aufgeht.

Es reicht nicht aus, das Licht der anderen zu genießen. Jeder muss eine Lichterkette nach draußen hängen.

Als Zeichen dafür, das ich bereit bin, meinen Beitrag für mehr Licht zu tragen. Auch wenn ich den Strom zahlen muss.

Das ist der Anspruch, den jeder Mensch an sich stellen muss. Wofür stehe ich? Bin ich für Gleichgültigkeit. Dunkelheit ist für mich OK. Ich brauche kein Licht.

Oder will ich selbst dabei sein und ein Licht sein. Für mich und die anderen da draußen.

Es ist Deine Entscheidung.

 

 

 

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